26. März 2010

Bekommen wir eine Inflation, steigt die Inflationsrate

Vom Wesen der Inflation
Mit Inflation wird in der Volkswirtschaftslehre ein nachhaltiger Anstieg des Preisniveaus einer Volkswirtschaft bezeichnet. Die Gründe für diesen Prozess liegen häufig in der Ausweitung der Geldmenge von Seiten der Zentralbanken.

In der Theorie bedeutet dies, dass wenn eine Volkswirtschaft bspw. 100 Einheiten eines Gutes (bspw. Autos) hat und gleichzeitig 100 Einheiten Geld, dann ist eine Einheit des Gutes genau eine Einheit des Geldes wert. Erhöht die Zentralbank die Geldmenge um eine Einheit auf nun 101 Einheiten Geld kostet eine Einheit Gut nun nicht mehr genau eine Einheit, sondern 1,01 Einheiten und damit 1% mehr. Erhöht die Zentralbank die Geldmenge weiter auf bspw. 200 Einheiten, dann verdoppelt sich der Preis einer Einheit des Gutes auf zwei Einheiten. Da die Menschen für ihre Einheit Geld immer weniger Einheiten Gut bekommen, spricht man bei Inflation auch von Geldentwertung. Und Geldentwertung ist immer schlecht für Personen mit Guthaben, dessen Verzinsung unter der Inflationsrate liegt, da so die Kaufkraft des persönlichen Kapitals verloren geht. (Die niedrigste Inflationsrate lag in 2009 weit unter 1%). Schuldner hingegen müssen für die Rückführung ihrer Schulden bei Inflation relativ gesehen weniger bezahlen. Aus diesem Grund scheinen sämtliche hoch verschuldeten Staaten auf Inflation zu setzen, weil die Schuldenlast langfristig anders nicht zu handhaben sein wird.

Das Gegenstück zur Inflation ist die von Marktteilnehmern weitaus mehr gefürchtete Deflation. Deflationäre Tendenzen wirken sich zumeist sehr negativ auf die Wirtschaft einer Volkswirtschaft aus, so dass Zentralbanken sehr daran interessiert sind durch Intervention (Änderung der Leitzinsen und des Geldmengenwachstums) leichte inflationäre Tendenzen hervorzurufen. So liegt die primäre Hauptaufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) auch darin für möglichst stabile Preise mit einer Inflationsrate von maximal 2% zu sorgen.

Die Messung der Inflation, oft wird auch von Inflationsrate gesprochen, erfolgt in der Regel mit Hilfe so genannter Verbraucherpreisindexes, welche die preisliche Entwicklung eines bestimmten Warenkorbs im Vergleich zum Vorjahr analysiert. Dieser Warenkorb soll die Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts repräsentieren, um die Veränderung (Inflationsrate) aus Konsumentensicht möglichst realitätsnah abbilden zu können. In Deutschland sank die Inflationsrate von 2,6% (2008) auf 0,4% (2009).

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