12. März 2009

Vogtländischer Dialekt – Nu gloar!

Vogtländischer DialektAuf der Alten Kiehvotz läut gerade eine wunderbare Blogparade zum Thema Dialekt. Da ich sowieso geplant hatte einen Beitrag zu meiner Heimatsprache vogtländlisch zu schreiben, nutze ich den Aufruf der Alten Kiehvotz gleich und möchte euch etwas zum vogtländischen Dialekt, beziehungsweise meinen Bezug zu diesem nahe legen.

Das schöne am Vogtländisch ist, dass es zwischen den einzelnen Regionen so starke Unterschiede gibt, dass die Vogtländer untereinander sich nicht einmal immer verstehen. Ich zum Beispiel wusste nicht was Alte Kiehvotz heißt, aber zum Glück gibt es ja dafür seit einiger Zeit das Klingenthaler Wörterbuch.

Mein Vogtländisch
Inzwischen ist es bei mir so, dass ich mir das Vogtländisch reden so ziemlich abgewöhnt habe. Natürlich spreche ich auch nicht Hochdeutsch und man hört garantiert auch, dass ich ein Sachse bin, aber meine Herkunft aus dem wunderschönen Vogtland hört man wohl nur schwer.

Von vielen heißt es immer, dass die Vogtländer während dem Sprechen singen. Bei mir will dann fast keiner glauben, dass ich aus dem Vogtland stamme, da ich anscheinend nicht während dem Sprechen singe. Schade eigentlich, ich wollte schon zu DSDS ;-)

Vogtländisch lernen
Das erlernen der vogtländischen Sprache ist hingegen gar nicht so leicht. Man braucht intensive Übung und ständigen Umgang mit waschechten Vogtländern und selbst dann dauert es seine Zeit. Wahlweise kann man aber auch ein paar Bier zu viel trinken und einfach drauf losreden. Letztere Variante geht wesentlich schneller, kommt dem Vogtländisch teilweise sehr nahe und dient der allgemeinen Belustigung.

Vogtländisch erkennen
DialektEin Indiz für einen Vogtländer ist, dass er das „o“ und „e“ nicht richtig aussprechen kann. Der Vogtländer zieht diese Buchstaben lang oder spricht sie für Außenstehende komisch aus. Das „k“ wird generell als „g“ gesprochen. Aber das ist ja im Osten normal ;-) Ein weiteres Merkmal ist das ersetzen des Buchstaben „a“ durch die Buchstabenkombination „oa“, klingt aber einfach nur herrlich.

Ich hoffe ihr könnt nun ein wenig Vogtländisch oder versteht es zumindest ein wenig mehr. Eine exklusive Auswahl an vogtländischen Worten findet ihr im Wörterbuch der Alten Kiehvotz, wobei da auch klingenthalerisch vertreten ist.

In diesem Sinne:
Iech wünsch eich noch nen schenn omd.

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9 Kommentare

1. Worom mr Schwäbisch schwätzad « Stöpsl’s Blog schrieb am 12. März 2009

[...] könnt ihr bei der Betrachtungsweise was über den Vogtländischen Dialekt erfahren. Veröffentlicht in Blog, Kunst & Kultur, [...]

2. alte Kiehvotz schrieb am 12. März 2009

Recht vielen Dank für deine Teilnahme. Ich bin eigentlich der Meinung, dass man die Herkunft eines jeden Menschen an seinem Dialekt erkennen kann. Da kann man noch so gut versuchen, seinen Dialekt zu vertuschen!

3. Betrachtungsweise schrieb am 12. März 2009

An sich gebe ich dir da völlig recht. Aber viele können mich zwar in Richtung Sachsen einordnen, aber eben nicht in das wunderschöne Vogtland. Als Begründung kommt dann sehr oft der Satz mit dem, dass die Vogtländer singen. Genauso ist es für einige Außenstehende bestimmt auch mit dem vogtländisch und klingenthalerisch, grob kann man es einordnen, aber eben nicht ganz genau zuordnen.

4. alte Kiehvotz schrieb am 15. März 2009

Gut, das stimmt auch wieder. Aber wenn man die verschiedenen Mundarten mal gehört hat, kann man die doch recht gut zuordnen. Also bei mir ist das zb. so, dass ich auf Anhieb ein “Auerbacherisch” von einem “Erlbacherisch” und einem Falkensteiner Dialekt heraushören kann, obwohl ich nicht jeden Tag diese Dialekte höre. Einmal gehört, setzt sich da dieses Sprachbild mit den verschiedenen Dialekten wie auf ner Art Landkarte im Hirn ab!

5. Betrachtungsweise schrieb am 15. März 2009

Da kann ich dir zustimmen. Solange wie man seinen Dialekt nicht “versteckt”, kann diesen jeder zuordnen, der schon einmal diesem Dialekt etwas zu tun hatte. Aber wenn man nicht mehr sehr stark Dialekt spricht und man sich das, aus welchen Gründen auch immer, abgewöhnt hat, dann dürfte es schwer werden zu Erkennen, wo derjenige herkommt.

6. Blogparade zum Thema Dialekte - Jokkels Offtopic schrieb am 30. März 2009

[...] ist so gut wie alles Schwäbisch, Vogländisch, Kölsch, Hessisch, Ääborrrlausitzorrr Dialekt, Weanarisch, Konschtanzerisch, [...]

7. Auswertung - Dialekt-Blogparade | alte-kiehvotz.de schrieb am 11. April 2009

[...] das Vogtländische, welches von betrachtungsweise.eu mit dem Titel „Vogtländischer Dialekt - Nu gloar!” vorgestellt wurde. In diesem Beitrag wurde unter anderem aufgeklärt, dass wir [...]

8. markus schrieb am 26. April 2009

heh kumm ner der erzgebergs dialegt is aber a ni schlacht

GEBERGE… GEBERGE… ERZGEBERGE

9. Betrachtungsweise schrieb am 26. April 2009

Hi Markus,

nu gloar, recht hasde, ober dees scheene is ja, dass mor uns wenischtens no verstehe ;-)

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